Die Sicherheit von Staudämmen und der Betrieb von Wasserkraftanlagen hängen von einer kontinuierlichen strukturellen und hydrologischen Überwachung ab, die von den Ingenieuren termingerecht interpretiert werden muss, ohne dass diese Interpretation jemals Autorität über die Steuerung von Toren, Überläufen oder Turbinen erlangt. Auf dieser Seite wird dargelegt, wie ein solcher Arbeitsablauf auf inTheEU Assist geplant und ausgeführt werden würde, und es handelt sich nicht um eine Aufzeichnung einer abgeschlossenen Bereitstellung.
Strukturüberwachungsdaten, Piezometer, Versickerungsmessungen, Verformungssensoren sowie hydrologische und Turbinentelemetrie würden vor Ort erfasst und indiziert und so in ein Wissenspaket eingespeist werden, das auf den eigenen Mieter des Betreibers zugeschnitten ist. Ein für den Workflow konfigurierter Agent vergleicht aktuelle Messwerte mit genehmigten Baselines und schlägt Kandidatenanomalien vor, die jeweils an eine bestimmte Struktur oder Anlage gebunden sind und mit dem Status „Vorgeschlagen“ eingegeben werden. Eine Empfehlung zur genaueren Prüfung würde dem gleichen Weg vom Vorschlag bis zur Genehmigung folgen.
Deterministische Steuerungssysteme, Tor- und Überlaufsteuerung, Turbinensteuerung und Notabsenkungsverfahren würden gänzlich außerhalb dieses Arbeitsablaufs bleiben. Die Plattform würde niemals die Autorität über diese Systeme besitzen, anfordern oder ausführen.
Jede bauliche oder hydrologische Flagge bedarf der ausdrücklichen Genehmigung eines benannten Ingenieurs, bevor sie als festgelegt oder umgesetzt gilt. Dabei handelt es sich nicht um eine Richtlinie, die über dem Workflow liegt. Es ist der Mechanismus, durch den der Workflow überhaupt abläuft: Eine nicht genehmigte Phase führt den nächsten Schritt einfach nicht aus.
Der Workflow zur Kennzeichnung von Anomalien, der Lebenszyklus von der vorgeschlagenen bis zur genehmigten Überprüfung und die unterzeichnete Prüfkette hinter jeder Aktion sind funktionierende Teile der Plattform. Was noch nicht Teil davon ist: ein strukturspezifisches Modell, das auf der Instrumentierungsgeschichte eines bestimmten Standorts trainiert wurde, was genau das ist, was ein erster Pilot bauen würde. Dammsicherheits- und Wasserkraftkontrollsysteme bleiben konstruktionsbedingt vollständig außerhalb des Anwendungsbereichs der Plattform. Das technische Urteil bei einem Dammsicherheitseinsatz bliebe durchgehend bei den eigenen Ingenieuren des Betreibers, und alle strukturspezifischen Analysefähigkeiten würden gemeinsam mit ihnen entwickelt und nicht als Standardmodell geliefert.
Ein Teil der diesem Funktionsumfang zugrunde liegenden Architektur ist in noch laufenden Einreichungen dokumentiert. Auf dieser Seite wird beschrieben, wofür die Plattform konzipiert ist, und zwar auf einer Ebene, die für die Planung eines Pilotprojekts geeignet ist, und nicht als Implementierungsspezifikation.
Plattformfunktionen und Benutzeroberfläche unterliegen einer kontinuierlichen Verbesserung. Die Beschreibungen in diesem Handbuch spiegeln möglicherweise nicht das genaue Layout oder den Wortlaut der neuesten veröffentlichten Version wider.